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22. November 2018

Hausschwamm und Schimmel – Wie verhalte ich mich?

Hausscwamm: Feuchte Keller sind am meisten gefährdet
Feuchte Keller sind am meisten gefährdet

Jeder hat es schon einmal gehört: Hausschwamm. Doch was ist es? Und wie entsteht er überhaupt? Wie kann ich es bekämpfen? All das werden wir im nachfolgenden Text aufklären.

Was ist Hausschwamm?

Hausschwamm ist ein Pilz der sich in feuchten Stellen des Hauses festsetzt. Und zu einem Großen Geflecht heran wachsen kann. Erkennbar ist er anhand seiner typischen Mycelien, Stränge oder dem weißrandigen faldenförmigen Fruchtkörper.

Als Myzel werden die fadenförmigen Zellen eines Pilzes bezeichnet.
Der Fruchtkörper ist das Fortpflanzungsorgan eines Pilzes.

Welche Schwamm-Arten gibt es?

Zur Gattung der Hausschwämme zählen folgende beide Arten:

  • Wilder Hausschwamm (Serpula himantioides)
  • Echter Hausschwamm (Serpula lacrymans)

Der Braune Kellerschwamm (Coniophora puteana) gehört der Gattung der Braunsporrindenpilze an und gilt ebenfalls als ein Hauptursacher für Schwammbefall in Gebäuden.

Der Pilz gilt als holzzerstörend und liebt ein feuchtes nicht zu kühles Milieau zum Wachstum. Häufig können Sie Guttationströpfchen entdecken, wodurch er den „Spitznamen“ Tränender Hausschwamm erhielt.

Der Echte Hausschwamm kann, im Gegensatz zum braunen Kellerschwamm, mehrere Meter weit durch Mauerwerk wachsen.

Welche Häuser sind besonders gefährdet?

Ältere, feuchte Häuser, die in einem schlechten Zustand sind, sind sehr oft betroffen. Doch auch neue Häuser können von dem Hausschwamm betroffen sein. Ein kleiner Haarriss in einer Wasserleitung kann ausreichen das der Pilz anfängt zu keimen. Der Schwamm benötigt aber über einige Wochen Feuchtigkeit um wachsen und keimen zu können.

Fehlt die Feuchtigkeit kann der Hausschwamm seinen Stoffwechsel einstellen. In diesem Stadium wird kein Holz zerstört. Allerdings verbleibt der Pilu weiterhin im Bauteil und kann auch Jahre später reaktiv werden.

Wie kommt der Hausschwamm überhaupt ins Haus?

Pilze sind überall in der Luft und auf dem Boden zu finden. Die Pilze benötigen feuchte Untergründe, Mauerwerke oder feuchtes Holz um gut wachsen zu können. Stehende Luft und angenehme Temperaturen fördern das Wachstum. Diese perfekten Bedingungen finden sie meistens in feuchten Kellern. Trockenes Holz kann der Schwamm kaum angreifen.

Der Echte Hausschwamm wird hierbei als besonders gefährlich eingeschätzt, da er mineralische Baustoffe wie Mauerwerk durchwachsen kann. Angrenzende Bauteile können je nach Feuchteverteilung befallen werden. Dies geschieht bereits bei geringer Holzfeuchtigkeit, unterhalb von 21 Prozent (nach Huckfeld).

Siehe: Holzfragen.de – Echter Hausschwamm

Woran merke ich das, dass Holz vom Schwamm befallen ist?

Es ist es sehr schwer festzustellen ob die Balken oder Latten mit dem Schwamm befallen sind. Meistens ist es schon zu spät. Wenn sich das Holz eindrücken oder biegen lässt, ist der Schwamm schon sehr weit vorgedrungen. Das Geflecht kriecht von innen nach außen und ist dann als Watteartiges Gebilde zu erkennen bzw. zu sehen.

Was ist meistens im Haus vom Pilz befallen?

Die meist befallenen Stellen im Haus sind:

  • Dielen
  • Fußleisten
  • Türrahmen
  • Dachbalken.

Jedes Holz was feucht genug ist, kann dem Pilz zum Opfer fallen. Einige Geflechte reichen von Keller bis zum Dachboden.

An wen kann ich mich wenden um den Schwamm zu besiegen?

Bei der IHK, Architektenkammer oder Ingenieurkammer gibt es Listen welche “öffentlich bestellte Gutachter für Bauschäden“ beinhaltet. Diese Gutachter schätzen den Schaden und analysieren ob es sich wirklich um den Hausschwamm handelt. Sie leiten notwendige Maßnahmen zur Beseitigung ein. Die Kosten fangen bei hundert Euro an und können bis in die Tausender gehen. Je nachdem wie stark die Bausubstanz angegriffen und der Ausmaß des Schadens ist.

Wie besiege ich den Hausschwamm?

Eine Sanierung des Hauses ist sehr schwierig und aufwendig. Es ist vorgeschrieben die Sanierung nach der DIN-Norm durchzuführen. Die erste Aufgabe besteht darin die befallenen und feuchten Stellen zu trocknen. Der Putz muss abgeklopft werden um das genaue Ausmaß des Schadens beurteilen zu können. Holzreste wie Holzdübel müssen entfernt werden. Durch das Abklopfen des Putzes kann das Schwammsperrmittel in das Mauerwerk gepresst werden und so seine volle Wirkung ausbreiten. Dieses Mittel verhindert, dass sich der Pilz erneut ausbreitet. Der Hausschwamm gilt als Überlebenskünstler und kann noch nach Jahren aktiv werden.

DIN 68 800-400 sieht folgende Maßnahmen vor:

  • Ursache der Feuchtigkeit erforschen und beseitigen
  • sichtbarer BEfall entfernen
  • Putz vom Mauerwerk abklopfen
  • Mycelreste durch Abflammen entfernen
  • Holzreste entfernen und Hohlräume auf Befall untersuchen
  • Freilegen von verdeckten Konstruktionen
  • Beseitigung durchwachsener Schüttungen bis 1,5m zum Befall
  • Befallenes Material fachgerecht entsorgen
  • sanierter Bereich ausreichend trocknen
  • sicherstellen das befallenes Holz und Mauerwerk dauerhaft vor Nässe geschützt wird
  • Schadstellen mit Bioziden behandeln

Weitere Gefährdungsstellen müssen eventuell mittels Bohrlochtränkung behandelt werden. Hierbei erfolgt die Imprägnierung über eingebrachte Bohrlöcher.

Heißluftverfahren oder Biozide?

Als Biozid werden Chemikalien oder Mikroorganismen zur Bekämpfung von Schädlingen bezeichnet.

Das heißluftverfahren tötet Pilze bei Temperaturen von über 50° ab. Dieses Verfahren wurde als Sonderverfahren in der DIN 68 800 Teil 4 aufgenommen. Dieses Verfahren wird häufig bei historischen Gebäuden zum Einsatz.

Siehe: Umweltbundesamt – Alternative Verfahren

Wie kann ich mich vor dem Schwamm schützten?

Es ist ratsam das Haus trocken zu halten. Die Kellerräume regelmäßig zu lüften und kein Papier, Holz oder Holzteile (Brennholz) in diesen zu lagern.

Weitere Vorsorgemaßnahmen sind, die Lebensbedingungen unattraktiv zu halten. Das Umweltbundesamt rät:

  • Kältebrücken oder Leckagen vermeiden oder beseitigen (ausreichende Abdichtungen, Dampfsperren und Drainagen)
  • Schäden an der Bausubstanz regelmäßig prüfen und beheben
  • Dacheindeckung auf Lücken prüfen
  • Nach einem Wasserschaden, die betroffenen Räume ausreichend trocknen
  • Regenrinnen regelmäßig reinigen, Pflanzenbewuchs entfernen
  • Fallrohre auf Dichtigkeit prüfen
  • Anstriche auf Risse und Schadstellen kontrollieren
  • Neubauten ausreichend austrocknen lassen (Kontrolle!)
  • trockenes Holt verbauen und nicht in feuchte Bereiche des Gebäudes
  • Einzubauende Hölzer auf Pilzbefall untersuchen
  • Wahr der Holzart: Eichenholz wird vom Echten Hausschwamm eher überwachsen als durchwachsen

Den Original Artikel finden Sie bei Focus online: Tückischer Pilz: Das Schlimmste, was einem Haus passieren kann.

Haben Sie schon einmal Hausschwamm in Ihrem Haus gehabt und Ihn beseitigen lassen. Hinterlassen Sie uns gern einen Kommentar.

Schimmelbefall im Haus?

Woran erkenne ich Schimmel?

Neben den typischen schwarzen Schimmelflecken können diese je nach Schimmelart und Untergrund auch weiß, gelb, rot, grün und auch braun sein. Auch ein modrig-muffiger Geruch und feuchte Stellen an den Wänden können auf Schimmel hindeuten. Laut Verbraucherzentrale deutet auch ein Auftauchen von Silberfischen, Asseln und Staubläusen auf einen Schimmelbefall hin.

Muss immer gleich ein Handwerker kommen oder kann ich kleine Stellen auch selber behandeln?

Kann ich kleinere Flecken auch selber behandeln?

Kleine Schimmelflecken kann ein Heimwerker auch mit hochprozentigem Alkohol selber entfernen. Daumengroße Flecken kann man auch mit einer Folie und Klebeband luftdicht abdecken und die Sporenbelastung dadurch senken. Dabei sollte allerdings unbedingt darauf acht gegeben werden das keine Luft unter die Folie kommt, da der Schimmel unter der Folie sonst verstärkt wachsen kann.

Die Schimmelflecken sind großflächig?

Bei großflächigem Schwimmelbefall ist es sehr ratsam sich einen Fachmann ins Haus zu holen, um das Ausmaß und den Sanierungsaufwand abschätzen zu lassen. Ist die Schimmelursache nicht bekannt, sollte ein Profi hinzugezogen werden. Dieser bekämpft langfristig den Schimmel und hilft weiteren Schimmelbefall vorzubeugen. Bis der Spezialist zur Begutachtung und später zur Sanierung vor Ort ist, sollten Sie alle

  • Lebensmittel,
  • Kinderspielzeuge,
  • Kleidung und weitere Textilien

aus den befallenen Räumen entfernen. Mit einer Plane können Sie Gegenstände, die schwer zu reinigen sind und noch nicht beschädigt wurden schützen. Bitte beachten Sie, dass der Schimmel nicht immer sichtbar ist.

Warnung: Bei sehr stark befallenen Räumen ist ein Benutzten und Betreten des Raumes sehr gesundheitsschädigend. Aus diesem Grund ist ein vermeiden Sie sich in diesen Räumen auf zu halten, bis sich die Handwerker um das Problem kümmern. Durch Lüften ist das weitere Wachsen etwas gehemmt. Achten Sie beim Lüften allerdings darauf, dass die Sporen sich durch den Luftzug nicht weiter verbreiten.[

Hatten Sie schon einmal Probleme mit Schimmel? Konnten Sie diesen alleine beseitigen oder benötigten Sie einen Fachmann? Bei Fragen, können Sie sich gern an uns – ihren Immobilienmakler aus Leipzig – wenden.

3 Gedanken zu „Hausschwamm und Schimmel – Wie verhalte ich mich?“

  1. Vor ein paar Jahren hatte ich auch mal Hausschwamm im Keller, da bekommt man ja erst einmal ganz schön Panik. Ich wollte dann auch nicht irgendwie selber mit irgendwelchen Mitteln rumprobieren, sondern habe mir direkt einen professionellen Schädlingsbekämpfer (http://www.holzwurm-bekaempfen.de) gesucht, der sich darum gekümmert hat. Die IRT hat den Hausschwamm mit ihrer speziellen Wärmebehandlung auch sehr kompetent entfernt, sodass ich bisher keine Probleme mehr damit hatte.

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