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Hauskauf: Schnäppchenjäger und Abenteurer aufgepasst

Zwangsversteigerungen nehmen ab, da viele Betroffene den Hausverkauf selbst übernehmen. Die Leidtragenden wollen es selbst in die Hand nehmen, bevor es zu einer Versteigerung kommt. Trotzdem lässt sich hierbei häufig ein erschwingliches Angebot erzielen.

Der Focus berichtete bereits Anfang 2016, dass es trotz des andauernden Immobilienbooms, noch Möglichkeiten gibt, das ein oder andere Schnäppchen beim Hauskauf zu ergattern.

Der Geschäftsführer des Informationsdienstes Unika, Peter Küsters meint, dass Meistbietende für Eigentumswohnungen oftmals 20 % weniger als den gutachterlich ermittelten Verkehrswert zahlen. Dieser Wert liegt häufig weit unter den erzielbaren Marktpreisen. Häuser gehen meist etwa zehn Prozent unter dem Wert an Ihren neuen Eigentümer.) 1) focus.de vom 21. Januar 2016: Schnäppchenjagd für Abenteurer Die Anzahl an Versteigerungen sinkt allerdings seit 2009 rapide.

Quellen für einzelne Jahre: 2019, 2018/17, 2016, 2006-14

Ob da auch ein Schnäppchen für Sie dabei ist?

Die Lage entscheidet

Ob Sie bei einer Zwangsversteigerung tatsächlich für wenig Geld den Zuschlag erhalten, entscheidet auch das Umfeld der zu versteigernden Immobile. Die besten Chancen gibt es laut Küsters in Klasse B-Lagen (siehe Standortfaktoren: Lage, Lage, Lage).
Eine Versteigerung birgt leider auch gewisse Risiken. Nicht immer haben Sie die Möglichkeit die Immobilie zu besichtigen und kaufen womöglich die Katze im Sack.

Niklaas Haskamp von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg warnt vor Mängeln von denen Sie im Vorfeld nichts wussten. Diese müssen Sie dann wohl oder übel hinnehmen. Von einer Zwangsversteigerung können Sie weder zurücktreten, noch gibt es eine Gewährleistung. Haskamp rät Interessenten daher die Ruhe zu bewahren und vor dem Versteigerungstermin möglichst viele Informationen über die Immobilie zu sammeln.

Wie denken Sie über einen Hauskauf per Zwangsversteigerung?

Einen ersten Überblick für Leipzig bietet das Amtsgericht Leipzig.

Gründe für eine Zwangsversteigerung

Häufig seien Streitigkeiten zwischen Erben oder geschiedenen Eheleuten der Grund für eine Zwangsversteigerung, sagte Axel Mohr, Geschäftsführer des Fachverlags Argetra aus Ratingen bei Düsseldorf gegenüber dem Tagesspiegel.) 2) Tagesspiegel.de: Zwangsversteigerungen: Weniger Schnäppchen

Der Ablauf

  • Der Verkehrswert wird häufig Jahre vor der Versteigerung ermittelt
  • Der Versteigerungstermin wird spätestens sechs Wochen im Voraus bekannt gegeben
  • Die Bietzeit beträgt mindestens 30 Minuten
  • Vom Bieter kann eine Sicherheitsleistung verlangt werden
  • Der Bieter muss eine Identitätsprüfung ermöglichen
  • Zuschlag: Der Gläubiger muss dem Höchstgebot zustimmen
  • Verschiedene Bietstrategien sind möglich
  • Der Verteilungstermin findet ein bis zwei Monate später statt
  • Keine Makler- und Notarkosten, dafür eine Gebühr in Höhe von etwa 1 Prozent des Gebotspreises
  • Räumung kann Kosten erhöhen

Wie hoch ist der Verkehrswert?

Der in einem Gutachten ermittelte Verkehrswert gibt den Preis an, der voraussichtlich im freien Verkauf erzielt werden könnte. Kann der Gutachter die Immobilie nicht komplett besichtigen, mindert er den Wert um einen Sicherheitsabschlag. Als Bietinteressent können Sie das Gutachten vor dem Versteigerungstermin bei Gericht einsehen und eine Kopie erstellen.

Allerdings liegen zwischen Gutachten und der Zwangsversteigerung teilweise Jahre, wodurch die Einschätzung häufig nicht aktuell ist.) 3) ZDF WISO Zwangsversteigerung von Immobilien

Quellen und Fußnoten[+]

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