Poschmann Immobilien Header
Immobilie verkaufen
27. Mai 2016

Scheidung! Wer bekommt das Haus?

Symbolbild: Scheidung
Eine Scheidung endet oft im Rosenkrieg

Den Traum vom Eigenheim erfüllen sich viele gemeinsam mit Ihrem Ehepartner. Was passiert aber im Fall einer Scheidung?

Leider endet eine Scheidung oft im Rosenkrieg. Wer darf das gemeinsam erworbene Eigenheim behalten?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Wir durchleuchten zunächst die wichtigsten Faktoren. In unserem Fazit schreiben wir außerdem über alternative Lösungen, mit denen Sie eventuell einem Scheidungskrieg  entkommen.

Wer ist im Grundbuch als Eigentümer eingetragen?

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass ein Notar den Kauf einer Immobilie beurkundet und der Eigentümer in das Grundbuch eingetragen wird. Erwirbt ein Ehepaar gemeinsam ein Einfamilienhaus oder eine Eigentumswohnung erfolgt die Eintragung in das Grundbuch meist für beide mit jeweils 50 % Eigentumsanteil. Was zu diesem Zeitpunkt natürlicherweise von dem Ehepaar so gewollt ist. Kommt es später zu einer Scheidung, stellen die nun getrennten Eheleute fest, das dies leider nicht die optimale Variante war.
Experten raten Paaren daher, beim Erwerb eines Hauses nur einen als Eigentümer ins Grundbuch eintragen zu lassen. Angst vor Übervorteilung muss der Andere jedoch nicht haben. Sollte die Ehe scheitern, wird das Haus, wie alle anderen Vermögensgegenstände im Zugewinnausgleich berücksichtigt. Dieser Ausgleich findet bei allen Paaren statt, die ohne Ehevertrag geheiratet haben. Noch immer gehört die Ehe ohne Vertrag zur überwiegenden Mehrheit aller Eheschließungen.

Die Immobilie wurde auf Kredit gekauft? Wer zahlt dann das Darlehen weiter?

Dies richtet sich in erster Linie danach, wer den Darlehensvertrag unterschrieben hat. Die meisten Banken vergeben eine Immobilienfinanzierung allerdings nur dann, wenn beide Eheleute den Kreditvertrag unterschreiben. Sollten die Ratenzahlungen ausbleiben, darf die Bank die ausgezahlte Kreditsumme plus aller Kosten und Zinsen von beiden Personen in voller Höhe einfordern. Zumindest solange, bis diese vollständig zurückgezahlt ist. Diese sogenannte Gesamtschuldnerhaftung lässt sich auch nicht damit umgehen, dass nur ein Eigentümer in das Grundbuch eingetragen wurde. Wer gemeinsam unterschreibt, schuldet und haftet gemeinsam und auch einzeln im Falle eines Zahlungsausfalls. Dies bezeichnet die Rechtsprechung als Außenverhältnis der Eheleute, das zur Bank besteht. So gibt es auch ein Innenverhältnis unter den Eheleuten zueinander, welches bei der Scheidung über ein Zugewinnausgleich reguliert wird.

Fazit und alternative Lösungen für den Scheidungsfall

Der einfachste Fall: Es steht nur ein Partner im Grundbuch. Dann nämlich ist klar, dass dieser auch den Zuschlag erhält. Finanzielle Einbußen, die der andere Part dadurch erleidet, werden im Zugewinnausgleich berücksichtigt.

Wenn hingegen – wie in den meisten Fällen – Haus oder Wohnung den Eheleuten jeweils zur Hälfte gehört, wird die Sache kompliziert. Meist wird keiner der beiden liquide genug sein, um dem anderen seine Hälfte einfach abzukaufen.

[Glühbirne]Lösung 1: Das Haus verkaufen[↩]

Dabei müssen beide Partner mit diesem Weg einverstanden sein. Die Immobilie darf nicht gegen den Willen einer Partei verkauft werden. Sind sie sich einig und es gibt einen Käufer, wird der Erlös geteilt und jeder bekommt die Hälfte. Schulden aus gemeinsamen Kreditverträgen bleiben bis zu deren vollständiger Abzahlung gemeinsam bestehen.

[Glühbirne]Lösung 2: Haus vermieten
Das bedeutet die geschiedenen Eheleute teilen sich die Mieteinnahmen.  Auch alle Kosten für Instandhaltung, Unterhaltung oder Zahlungsverpflichtungen aus der Vermietung müssen beide Parteien jeweils zur Hälfte leisten. Dieses Modell ist nur empfehlenswert, wenn trotz Scheidung ein humanes Miteinander möglich ist.[Abstand_klein]

[Glühbirne]Lösung 3: Aufteilung der Immobilie

Je nachdem, wie das frühere Familienhaus gebaut wurde, können Geschiedene überlegen, das Haus aufzuteilen. Bei größeren Immobilien ist es durchaus eine mögliche Variante, die Wohnfläche in mehrere Eigentumswohnungen aufzugliedern. Diese Lösung ist allerdings nicht ohne. Meist kommt das ehemalige Paar nicht ohne die Hilfe eines Architekten und/oder eines Gutachters aus. Zudem müssen die neuen Eigentumsverhältnisse per Teilungserklärung von einem Notar beurkundet werden. Ein weiterer Knackpunkt ist: die einstigen Eheleute leben dann womöglich Tür an Tür. Die Gefahr, dass aus einem Rosenkrieg ein dauerhafter Nachbarschaftsstreit wird, ist hoch.

Ein Immobilienverkauf ist immer ein sehr emotionaler Schritt. Einen klaren Gedanken behalten und ein sachliches Herangehen fällt in diesen Momenten schwer. Um so wichtiger und ratsam ist es, sich einen neutralen Fachkundigen an die Seite zu holen.

Kennen Sie weitere alternative Lösungen? Welche Erfahrungen haben Sie bei einer Scheidung gemacht?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.