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Ratgeber
22. April 2020

Standortfaktoren: Lage, Lage, Lage

Lage, Lage, Lage auf einem Zettel handschriftlich geschrieben
Lage als Standortfaktor

Raumaufteilung, Inneneinrichtung und Gartenanlage- nach deren Kauf können Sie bei einer Immobilie viele Einzelheiten verändern. Nur ein Faktor ist nachträglich vollkommen unbeeinflussbar: Die Lage des Objekts.
Daher zählt der Lagefaktor zu einer der wichtigsten Kriterien bei einem Hauskauf. Als potentieller Hauskäufer sollten Sie der Lage eine dementsprechend starke Gewichtung bei Ihrer Entscheidungsfindung einrichten.

Raumaufteilung, Inneneinrichtung und Gartenanlage- nach deren Kauf können Sie bei einer Immobilie viele Einzelheiten verändern. Nur ein Faktor ist nachträglich vollkommen unbeeinflussbar: Die Lage des Objekts.
Daher zählt der Lagefaktor zu einer der wichtigsten Kriterien bei einem Hauskauf. Als potentieller Hauskäufer sollten Sie der Lage eine dementsprechend starke Gewichtung bei Ihrer Entscheidungsfindung einrichten.

Familie packt Umzugkartons
Bei der Bewertung der Lage nicht von Umzug-Fantasien ablenken lassen.

Ihre Emotionen und √§u√üerlichen Eindr√ľcke sollten auf ein Minimum reduziert werden. √úberdeckt die Freude und Aufregung doch schnell die neutrale Analyse des Objektwertes. Eine ausf√ľhrliche Standortanalyse ist besonders wichtig.
Wie das altbekannte Mantra besagt, haben vor allem drei Faktoren beim Kauf einer Immobilie sowie deren Preisfindung einen besonders hohen Stellenwert:

Lage, Lage und Lage.

Mantra der Immobilienbranche

Analyse der persönlichen Situation

Während die Lage einer Immobilie objektiv bewertbar und auf verschiedene Nutzergruppen ausgerichtet ist, beschreibt der Begriff des Standorts den subjektiv Wert einer Immobilie aus der Sicht eines einzelnen Nutzers.

F√ľr den einen K√§ufer mag ein Standortfaktor ansprechend sein, der f√ľr einen anderen ein Ausschlusskriterium f√ľr den Kauf eines Objekts w√§re. Daher ist es zun√§chst wichtig, dass Sie als potentieller K√§ufer einer Immobilie, Ihre eigene Situation genau er√∂rtern. Darauf aufbauend k√∂nnen Sie die Lage und den Wert eines Objekts einsch√§tzen.

Verwendungszweck: Konsum oder Produktion

Zunächst ist es wichtig, ob es sich beim Verwendungszweck des Objekts um einen Produktion oder Konsum handelt.

Bei einem Konsumstandort ist der Unterschied zwischen Eigennutz oder als Anlage von großer Bedeutung.
Bei Eigennutz sind Ihre pers√∂nlichen Interessen, Anspr√ľche und Vorlieben wichtig. Bevorzugen Sie die N√§he zu Bergen, zum Meer, das Leben in einer Gro√üstadtregion, eine ruhigere Kleinstadtgegend oder den l√§ndlichen Bereich?
Weiter spielen Ihr eigenes Alter sowie Ihre weitere Lebens- und Familienplanung eine Rolle.

  • Wie sieht Ihr aktuelle Familienstand sowie das Alter aller Familienmitglieder aus?
  • Haben Sie Kinder, die in Schulen oder Kitas gehen und sich √ľber Spielpl√§tze sowie naheliegende Parks oder einen See freuen w√ľrden?
  • Welche Entfernung zum t√§glichen Arbeitsplatz w√ľrden Sie in Kauf nehmen?

Ihre zuk√ľnftige Berufsplanung sollten Sie in Ihre Gedanken miteinbeziehen.
Wie mobil sind Sie, um die Dinge des täglichen Lebens, wie Schule, Einkaufsmöglichkeiten und einen Arzt zu erreichen?

Falls Sie die Immobilie als Anlage verwenden und vermieten wollen, analysieren Sie die Zielgruppe Ihrer Mieter und deren Anspr√ľche an eine Wohngegend genau.

Standortfaktoren Allgemein

Aufbauend auf der genauen Analyse Ihrer individuellen Situation und Ihren pers√∂nlichen Anforderungen an eine Wohnlage, k√∂nnen Sie diese Standortfaktoren er√∂rtern, die f√ľr Sie am wichtigsten sind.

Allgemein ist die Infrastruktur ein wichtiges Kriterium. Dazu z√§hlen der Ausbau und die N√§he von √∂ffentlichen Verkehrsmittel ebenso wie der Ausbau des Stra√üennetzes und Verkehrsanbindungen an Autobahnen. Auch die Dichte von Dienstleistern und die Entfernung zu Schule, Kita, Arzt und Arbeitsplatz ist ein Kriterium, das ebenso beachtet werden sollte wie die Attraktivit√§t der Wohngegend. Wie ist der Zustand der umliegenden Immobilien, wie gepflegt ist das Stra√üenbild, wie viele Gr√ľnfl√§chen und Erholungsm√∂glichkeiten befinden sich in der N√§he?
Je nach Alter spielen weiter Ihre pers√∂nlichen Anspr√ľche eine Rolle.
Suchen Sie viele kulturelle Angebote, Kinos, Bars und Restaurants und w√ľnschen Sich Abwechslung und Leben in Ihrer Wohngegend?
Suchen Sie in einem fortgeschrittenen Alter nahegelegene Einkaufsmöglichkeiten und einen fußläufigen Park?
Oder w√ľnschen Sie, als junge Familie, sich Spielpl√§tze, Schulen, Kitas und weitere junge Familien in der N√§he?
Beziehen Sie diese pers√∂nlichen W√ľnsche in Ihre Analyse ein und legen Sie fest, welche Faktoren wie stark gewichtet werden.

Einzelne Schritte zur richtigen Entscheidung: 

  • Eigennutz oder Anlageobjekt
  • welche Region: Meer, Berge, urbane Stadtlage, l√§ndlich
  • pers√∂nliche Anspr√ľche
  • Familienstand  inkl. Lebensalter: (typisch)
    • Jung/Single: Kino, kulturelle Angebote 
    • Alt: Einkaufsm√∂glichkeiten fu√ül√§ufig erreichbar
    • Kinder in Familie: Schulen, Kitas, Spielpl√§tze

Unbedingt zu beachten:

  • Flugl√§rm, Schiffsverkehr
  • zuk√ľnftige Entwicklung Standort + Umgebung
  • Entfernung zwischen Haus und Arbeitsplatz¬†
  • Verkehrsanbindung: √ĖVN, BAB etc.
  • Entfernung zu Schulen, Kitas, √§rztliche Versorgung, Dienstleistungen etc.¬†

Ausschlusskriterien: Was macht eine schlechte Wohnlage aus?

Einige Nachteile einer Immobilienlage können Sie durch gewisse Vorteile ausgleichen. Welche gelten als komplette Ausschlusskriterien?

Fehlende wichtige Standortfaktoren, wie ein ungepflegtes Erscheinungsbild der ganzen Wohngegend, eine schlechte Verkehrslage und eine unzureichende Dichte von Dienstleistern, gelten ebenso als Nachteile wie starker Verkehrsl√§rm. Eine Autobahn oder Bundesstra√üe in der N√§he, st√§ndiger Flugl√§rm oder Schiffsverkehr k√∂nnen, je nach individuellen Anforderungen, als Ausschlusskriterium f√ľr einen K√§ufer gelten. Diese Faktoren mindern den Wert einer Immobilie zudem stark. Ebenso eine m√∂glicherweise gesundheitsgef√§hrdende Umweltbelastung der Umgebung durch eine N√§he zu gro√üen Industriestandorten ist meist ein Ausschlusskriterium f√ľr viele potentielle K√§ufer.

Bewertung der Wohnlage

Bei einer genaueren Bewertung der Wohnlage ist eine Kategorisierung in die vier verschiedenen Stufen 1A, 2A, 1B und 2B vorteilhaft.

1A-Lage bezeichnet die beste Lage innerhalb des Geschäftszentrums einer Stadt. Hier herrscht die stärkste Passantenfrequenz, Dienstleister sind in ebenso hoher Dichte vorhanden wie Geschäfte. Leerstand gibt es ebenso wenig wie Mindernutzung der Immobilien.

Geschäftslagen mit ebenso hoher Passantenfrequenz mit direktem Straßenzugang, die jedoch nicht im Hauptkern einer Stadt liegen, bezeichnet man als 2A-Lagen.

1B- und 2B-Lagen bezeichnen diese Immobilien, die an eine A-Lage grenzen und in näherer Umgebung des Zentrums liegen. Solche Nebenkernlagen können durch den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittelinfrastruktur und dadurch eine erhöhte Kundenfrequenz der dortigen Geschäfte aufgewertet werden.

Lage, Lage, Lage

Die Lage beschreibt einen objektiven Sachverhalt einer Immobilie, f√ľr eine bestimmte Nutzergruppe.

‚ÄěNahezu alles l√§sst sich an einer Immobilie nachtr√§glich √§ndern. Einzig die Lage bleibt f√ľr immer. Darum ist sie beim Kauf auch so wichtig sich nicht nur von Emotionen o. √Ąu√üerlichkeiten leiten zu lassen.‚Äú

Lageanalyse

Zur Lageanalyse kann ein Zensurierungssystem weiterhelfen:

  • verschiedene grundlegenden Lagefaktoren werden gewichtet
  • orientiert wird sich an einem Lageoptimum

Lageoptimum (Orientierungsvorgabe der Lagen f√ľr Einfamilienh√§user)

         Verkehrslage: 30

         Ortslage: 30

         Umgebung/Milieu: 40

         Gesamt = 100

Lageoptimum (Orientierungsvorgabe der Lagen f√ľr Einfamilienh√§user)

  •          Verkehrslage: 30
  •          Ortslage: 30
  •          Umgebung/Milieu: 40
  •          Gesamt = 100

Bei der Lageanalyse lässt sich die Lage eines Objekts mit Hilfe eines Zensurierungssystems bewerten. Hierbei werden einzelne Standortfaktoren im Vergleich zum sogenannten Lageoptimum betrachtet und dementsprechend eingestuft.

Das Lageoptimum gilt als Ortientierungsvorgabe der Lagen f√ľr Einfamilienh√§user und bewertet deren Verkehrslage, Ortslage und das Milieu der Umgebung. Dabei wird den drei Standortfaktoren eine bestimmte Gewichtung zugeschrieben. Mit Hilfe der Zielbaummethode kann jeder einzelne Faktor noch weiter untergliedert und genauer bewertet werden.
Mit dem vorliegenden Lageoptimum wird nun ein bestimmtes Objekt verglichen und dementsprechend bewertet.

Grundsätzlich wird zur Bewertung einer Wohnlage in Makro- und Mikrolage unterschieden, wobei die gesamtheitliche Betrachtung beider Gesichtspunkte wichtig ist.

Makrolage

= Makrolage: bezieht sich auf das Land; die Region; die Stadt ‚Äď Stadtteil

  • Bev√∂lkerungsstruktur und Kaufkraft
  • Wirtschaftsentwicklung, Diversifizierung der Wirtschaft
  • √Ėffentliche Einrichtungen (z. B. Ministerien, Gerichte, Verwaltungen)
  • Verkehrsinfrastruktur (z. B. Flughafen, Bahn, Stra√üen etc.)
  • Kosten (z. B. Kommunale Geb√ľhren, Lohnniveau)

Makrolage bezeichnet den Standort der Immobilie. Hierbei wird das Land, das Bundesland, die Stadt und der Stadtteil, in welchem die Immobilie liegt bewertet, wobei wirtschaftliche und strukturelle Aspekte im Vordergrund liegen. Hat der Standort eine √ľberregionale oder lokale Bedeutung oder ein besonderes Image?
Die Infrastruktur einer Stadt, sowohl deren Verkehrsinfrastruktur, der Ausbau der Straßennetze, der öffentlichen Verkehrsmittel und die Nähe zu Autobahn und Flughafen, werden ebenso beobachtet wie die Dichte von Dienstleister, Bildungseinrichtungen und Kultur- und Freizeitangeboten. Auch das Vorhandensein öffentlicher Einrichtungen, von Ministerien und Gerichten bis hin zu Verwaltungen spielt ebenso eine Rolle, wie Struktur und Kaufkraft der Bevölkerung. Wie groß ist die Wirtschaftskraft des Standorts? Dies bestimmt auch die kommende Entwicklung und Diversifizierung der Wirtschaft.

Zuletzt werden auch Kostenaspekte, wie kommunale Geb√ľhren und das herrschende Lohnniveau bei der Bewertung der Makrolage einer Immobilie beachtet.
Grunds√§tzlich sollten Sie auch die zuk√ľnftige Entwicklung Ihres Standorts und der n√§heren Umgebung beobachten und bewerten.

Mikrolage

= Mikrolage: bezieht sich auf Charakter der direkten Umgebung der Immobilie sowie Nachbarschaft z.B.: Lage der Stra√üe/des Geb√§udes, direkte Umgebungseinfl√ľsse

Die Mikrolage betrachtet detailtreuer den Charakter und die Attraktivit√§t der n√§heren Umgebung und der Immobilie. Hierbei l√§sst sich in harte und weiche Lagefaktoren unterscheiden. Je nach Verwendungszweck spielen harte Lagefaktoren bei Produktionsstandorten eine gr√∂√üere Rolle, wohingegen f√ľr einen Konsumstandort weichen Lagefaktoren eine st√§rkere Gewichtung zuf√§llt.

Harte Lagefaktoren

= spielen f√ľr Produktioonsstandorte eine wichtige Rolle.

qualifizierbar z.B.: Entfernungen zu Bhf. etc.

  • Sozialer Status
  • L√§rmeinfl√ľsse
  • H√§userzustand
  • Einkaufsm√∂glichkeiten und Versorgung (z. B. √Ąrzte)
  • √Ėffentlicher Nahverkehr und Stra√üenanbindung
  • Entfernung zum Stadt- oder Ortszentrum
  • Freizeit- und Erholungsm√∂glichkeiten

Die Mikrolage l√§sst sich einerseits mit harten Lagefaktoren bewerten. Sie z√§hlen zu den quantifizierbaren Faktoren, k√∂nnen genau bemessen und relativ objektiv bewertet werden. Die Infrastruktur, Verkehrslage, Entfernung zu Dienstleistern und dem Stadt- oder Ortszentrum spielen ebenso eine Rolle, wie Freizeit- und Erholungsm√∂glichkeiten. Weiter z√§hlen auch der soziale Status des Standorts, die direkten Umgebungseinfl√ľsse, die L√§rmbelastung der Umgebung, das Vorhandensein von Parkm√∂glichkeiten sowie der H√§userzustand und die objektiv beweisbare Attraktivit√§t der Umgebung zu harten Lagefaktoren.

weiche Lagefaktoren

= subjektive Einschätzungen z.B.: Milieu der Umgebung

  • Milieu der Umgebung eines Standortes
  • aus sich heraus nicht quantifizierbar
  • erheblicher Anteil am Gesamtlagewert

Nicht quantifiziert und somit eher subjektiv bewertbar sind hingegen weiche Lagefaktoren. Hierbei kommt es darauf an, ob ein potentieller K√§ufer sich in der zuk√ľnftigen Wohngegend wohlf√ľhlt. Die soziale und politische Situation ist hierbei wichtig. Leben viele Studenten, Familien oder vorwiegend √§ltere Leute in der Gegend? Wer wohnt in der Nachbarschaft? Hat das Haus wohl m√∂glich eine Vorgeschichte?
Obwohl diese Faktoren so schwer einzuschätzen sind, gestalten sie einen großen Teil des Immobilienwertes. Allerdings lässt sich der Anteil schwer in Zahlen einbinden.

Das Vorhandensein oder Fehlen dieses Wohlgef√ľhls beeinflusst die Entscheidung des potentiellen K√§ufers.

Lageplan

Der Lageplan gehört zu den Bauvorlagen und Beleihungsunterlagen. In einigen Bundesländern wird zwischen dem einfachen und dem qualifizierten Lageplan unterschieden.

Bei jedem Verkauf eines Grundst√ľcks oder einer Immobilie muss ein Lageplan vorgezeigt werden k√∂nnen. Dieser geh√∂rt zu den Bauvorlagen und Beleihungsunterlagen und ist ein wichtiger Bestandteil des Bauantrags. Oft wird er auch als amtlicher Bauplan bezeichnet und darf nur von einem Vermessungsingenieur oder einem vergleichbaren Fachmann f√ľr Vermessung, der √∂ffentlich bestellt wurde, angefertigt werden.
Er besteht aus einem zeichnerischen und schriftlichen Teil. Zeichnerisch wird in einem bestimmten, im schriftlichen Teil festgelegten, Ma√üstab das geplante Geb√§ude in einer Sicht von oben abgebildet, wobei auch Dachform und Abstandsfl√§chen eingezeichnet werden. Im schriftlichen Teil werden unter anderem das Grundst√ľck ebenso wie dessen Nachbargrundst√ľcke beschrieben und eventuelle Baulasten und der Bauherr werden aufgef√ľhrt.
In einigen Bundesländern unterscheidet man zwischen dem einfachen und dem qualifizierten Lageplan.

Der einfache LageplaN

der einfache Lageplan beinhaltet:

  • Ma√üstab (in der Regel 1:500)
  • Lage des Grundst√ľcks zur Himmelsrichtung
  • Bezeichnung des Grundst√ľcks (Gemeinde, Stra√üe, Hausnummer, Grundbuch, Gemarkung, Flur, Flurst√ľck)
  • Fl√§cheninhalt und katasterm√§√üige Grenzen des zu bebauenden Grundst√ľcks und der Umgebungsgrundst√ľcke
  • der vorhandene Geb√§udebestand sowie im Liegenschaftsbuch enthaltene Hinweise auf Baulasten

Oft alleine schon ausreichend, beinhaltet der einfache Lageplan neben der Angabe des Ma√üstabs, der im zeichnerischen Teil des Lageplans verwendet wurde sowie der Lage des Objekts zur Himmelsrichtung auch dessen genaue im Grundbuch aufgef√ľhrte Bezeichnung, wobei Gemeinde, Stra√üe, Hausnummer, Grundbuch, Gemarkung, Flur und Flurst√ľck genannt werden. Ebenso wird die im Grundbuch eingetragene Bezeichnung der Nachbargrundst√ľcke aufgef√ľhrt, sowie deren Eigent√ľmer und entsprechende Angaben Auch die Grenzen des Grundst√ľcks sowie benachbarter Grundst√ľcke, dessen Fl√§cheninhalt, der Geb√§udebestand und Hinweise auf Baulasten werden aufgef√ľhrt.

Der qualifizierte Lageplan

der qualifizierte Lageplan (wird vor allem bei Grenzbebauungen benötigt) enthält:

  • Grenzl√§ngen
  • Abstandsma√üe
  • aktuelle Bebauungszustand der Nachbargrundst√ľcke dar

Teilweise wird jedoch von der Baugenehmigungsbehörde auch der qualifizierte Lageplan gefordert.
Dieser enth√§lt alle genannten Auflistungen des einfachen Bauplans und nennt dar√ľber hinaus noch die Abstandsma√üe und Grenzl√§ngen des Grundst√ľcks, den aktuellen Bebauungszustand der Nachbargrundst√ľcke sowie Angaben √ľber die Grenzpunktualit√§t und Grenzabmarkungen. Daher wird der qualifizierte Lageplan vor allem bei Grenzbebauungen ben√∂tigt.

Insel-Lagen

Der feststehende Begriff der Insellage eines Grundst√ľcks bezeichnet einen geringeren Objektwert.

Die Höhe der Miete in Läden, die in sogenannter Insellage liegen, liegt meist unter der von Nebenkernlagen. An diesen Standorten liegt nur eine sehr minimale Lauffrequenz vor, was deren Attraktivität senkt.
Als Beispiel l√§sst sich ein Lebensmittelgesch√§ft auff√ľhren, an dem noch weitere kleinere L√§den angesiedelt sind. Diese k√∂nnten zum Beispiel Kioske oder Zeitungsst√§nde sein.

  • durch eine minimale Lauffrequenz gepr√§gte Standorte, bei denen es zumeist einen Quasi-Anker-Mieter gibt Bsp.: Lebensmittelgesch√§fte, an dem noch weitere kleinere L√§den wie Kioske oder Zeitungsst√§nde angesiedelt sind
  • Die Mieten in diesen L√§den liegen zumeist deutlich unter denen von Nebenkernlagen.
  • Nebenkernlagen gewinnen lediglich dann, wenn sie z.B. durch eine Trambahn oder Bushaltestelle aufgewertet werden und zus√§tzliche Kundenfrequenz anziehen k√∂nnen.

LILA-Lagen

Die Begrifflichkeit leitet sich von Anfangsbuchstaben der folgenden Merkmale ab: Landschaft, Infrastruktur, Lebensqualität und Arbeit

  • gehen √ľber Zustand und Beschaffenheit des einzelnen Objekts hinaus
  • Geb√§ude und ihre Lage werden hinsichtlich der Optionen Nachnutzung, Vermietbarkeit und Verkauf √ľberpr√ľft

Besonders bei eigengenutzten Immobilien ist der Ausblick auf die zuk√ľnftige Wertentwicklung wichtig. F√ľr Investoren ist diese Perspektive fundamental wichtig. Daf√ľr ist die Betrachtung der sogenannten LILA-Lage der Immobilie wichtig.
Die Bezeichnung LILA-Lage setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Begriffe Landschaft, Infrastruktur, Lebensqualit√§t und Arbeit zusammen. Dem Lila-Lage-Modell nach werden ebendiese vier Aspekte als Gesamtheit und nicht nur isoliert betrachtet und zukunftsorientiert genau analysiert. Diese gesamtheitliche Bewertung geht weit √ľber die Bewertung von Zustand und Beschaffenheit des einzelnen Immobilie hinaus, so wird zwar die aktuelle Attraktivit√§t der Immobilie eingesch√§tzt. Vielmehr jedoch wird diese nachhaltig untersucht, um einsch√§tzen zu k√∂nnen, zu welchem Marktpreis das Objekt in Zukunft vermietet und verkauft werden k√∂nnte. Dabei wird die Wertentwicklung der Immobilie in Abh√§ngigkeit von der Attraktivit√§t der umgebenden Landschaft und Infrastruktur bewertet. Eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur h√§ngt meist eng mit dem Ausbau weiterer Infrastruktur zusammen. Auch eine hohe Anzahl an Arbeitspl√§tzen wirken anziehen und erh√∂hen die Bev√∂lkerungsdichte einer Stadt, was wiederum den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und die Anzahl an Bildungs- und Freizeitangeboten erh√∂ht. Eine attraktive Landschaft und ausgewachsene Infrastruktur h√§ngen eng mit einem hohen Ma√ü an Lebensqualit√§t zusammen.
Auf diese Art werden die entscheidenen vier Faktoren des Lila-Lage-Modells im wechselseitigen Zusammenhang betrachtet und damit die Attraktivit√§t des Standorts aus Sicht von zuk√ľnftigen Bewohnern des Wohnobjekts bewertet.

 Lagerente

Der Begriff der Lagerente beschreibt den wirtschaftlichen Vorteil, der durch den Besitz eines marktn√§heren landwirtschaftlichen Grundst√ľcks, verglichen mit einer marktfernen Fl√§che, entsteht.

  •  wird verwendete um den Ertragsvorteil von marktn√§heren landwirtschaftlichen Fl√§chen im Vergleich zu marktferneren zu beschreiben
  • beschreibt generell einerseits den Gewinn je Bodeneinheit, wenn der Boden dem Landwirt selbst geh√∂rt
  • andererseits die maximale Pacht, die der Grundeigent√ľmer fordern kann, wenn er die Fl√§che an den Landwirt verpachtet
  • die Lagerente nimmt mit zunehmender Entfernung zur Stadt ab

Dieser Unterschied wird damit erkl√§rt, dass man grunds√§tzlich von gleichen Produktionskosten auf beiden Grundst√ľcksfl√§chen ausgeht, das marktn√§here Grundst√ľck jedoch geringe Transportkosten mit sich bringt und somit eine h√∂here Rendite, was dessen Ertragsvorteil erkl√§rt.
Generell beschreibt die Lagerente je Bodeneinheit einerseits den jeweiligen Gewinn, bei Eigennutz und andererseits die maximale Pacht, die der Besitzer des Grundst√ľcks f√ľr die Verpachtung an einen Landwirt fordern kann. Dabei nimmt grunds√§tzlich die Lagerente mit zunehmender Entfernung zur Stadt ab.
Lagerente findet sich als Begrifflichkeit ebenso in der Immobilienwirtschaft. Die Tatsache, dass in den Zentren der Großstädte in 1A-Lage die Miet- und Kaufpreise der Immobilien meist sehr viel höher sind als außerhalb des Ballungszentrums. Auf dem Land sind die Kosten weiter noch niedriger und hier fallen höhere Fahrtkosten zu Dienstleistern und Arbeit an, als im Zentrum der Stadt.
Diese Kosten m√ľssen gut abgewogen werden. W√§hrend in der Stadt die Kosten f√ľr den Wohnraum vergleichsweise hoch und die Fahrtkosten niedrig sind, verh√§lt sich die Situation auf dem Land genau umgekehrt, wobei bei den Fahrtkosten zum Teil auch steuerliche Verg√ľnstigungen mit einbezogen werden m√ľssen. Daher ist im Einzelfall ein Leben auf dem Land finanziell lohnenswerter.

Die Lage einer Immobilie richtig einschätzen können

F√ľr potentiellen K√§ufer einer Immobilie sollten neben der Gr√∂√üe des Grundst√ľcks und dem Zustand sowie der aktuellen Ausstattung des Objekts, vor allem dessen Lage eine starke Gewichtung einnehmen.

Diese sollten sie aktuell und zuk√ľnftig beleuchten und, in Bezug auf Ihre pers√∂nlichen Anforderungen gewichtet, analysieren.
Dazu sollten Sie sich gut √ľber die harten Lagefaktoren Infrastruktur, Arbeitsangebot, Wirtschaftskraft, Landschaft und deren bisherige und voraussichtliche zuk√ľnftige Entwicklung informieren.
Betrachten Sie so die Entwicklung des Mietpreisspiegels, um die Mikrolage der Immobilie einschätzen zu können. Auch der Bodenrichtwert und Verkehrswert gibt Ihnen weiter Aufschluss.
Beleuchten Sie die Wohngegend genau. Befragen Sie m√∂glichst viele Personen der Nachbarschaft unabh√§ngig voneinander . Ergr√ľnden Sie die Meinung bez√ľglich der Wohnlage, um ein m√∂glichst umfassendes Bild der Lebensqualit√§t der Wohngegend zu erhalten.
Betrachten Sie die Planungsunterlagen der Gemeinde, in die Sie eine Einsicht erhalten d√ľrfen. So k√∂nnen Sie besser einsch√§tzen, wie sich die Gegend entwickeln kann und welche positiven sowie negativen Auswirkungen ein geplantes Bauprojekt in der N√§he der Immobilie haben k√∂nnen. Dies hilft eine m√∂gliche Wertsteigerung oder Wertsenkung des Objekts vorherzusehen.

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